RHEL und der Single-User- und Rescuemode

Da lädt einem das Betriebssystem nicht mehr sauber und starten will es schon gar nicht, nur weil man verkehrte Parameter für den Kernel gesetzt hat oder Mountpoints nicht mehr geladen werden die das OS für wichtig hält. Was macht man nun in einem späten Wartungsfenster in der Nacht ohne direkten Zugriff auf das System (physisch – weil solche Hardwareserver auch gerne in entfernten Rechenzentren sitzen 🙂 und dort schmollen) bei einem solchen Fehler. Nun es gibt verschiedene Methoden:

  • Weinen, kratzen und in Fötus-Stellung in der Ecke liegen
  • Man könnte eine Rescue CD laden, sofern dies möglich ist – Virtualisierung leicht machbar
  • Bier… in Mengen
  • Auf eine alte Kernelversion zurückspringen
  • oder man bootet das System im Singeluser / Rescuemode

Ich will hier kurz auf den Singleusermode zur Rettung von Systemen oder zur „letzten“ Datensicherung eingehen. Vor allem weil wir eben auch noch auf Hardwareserver treffen, welche eben nicht direkt mit einer RescueCD gebootet werden können. Bei RHEL1 können wir den Singleusermode beim Booten im GRUB Bootmenü direkt starten und Recovery – Tätigkeiten durchführen bzw. im Recoverymodus zumindest noch eine komplette Datensicherung durchführen.

Singleusermode

Der Singleusermode startet das System im Runlevel 1, d.h. das System wird ohne Netzwerk gestartet und es werden alle lokalen Mountpoints gemountet. Im Gegensatz zum Rescuemode versucht das Betriebssystem die Filesysteme automatisch zu mounten. Sollte es also Probleme bei den mounten von Filesystemen geben bietet sich eher der Rescuemode an. Nun wie kommen wir in den Singlemode… Dazu gehen wir wie folgt vor:

Enter Singleusermode

  1. Systemstarten und auf den GRUB Bootmanager warten
  2. Sobald GRUB angezeigt wird irgendeine Taste drücken um das interaktive GRUB Menu zu starten
  3. Den gewünschten Kernel auswählen und a drücken
  4. Am Ende der Zeile single als einzelnes Wort anfügen
  5. Mit Enter bestätigen.
  6. Es kann unter Umständen nötig werden, den Wechsel in den Singleusermode per STRG-ALT-ENTF zu forcieren, falls das System dies nicht von alleine tut.

Nun sind wir im Singleusermode und können Kernelparameter in der /etc/sysctl.conf oder Mountpoints in der /etc/fstab anpassen. Man sollte mit mount kurz prüfen ob Filesysteme im Readonlymodus gemountet wurden. Wenn dem so ist, kann über mount -n -o remount,rw / der Mount in den READ/WRITE Modus versetzt werden. Nach euren Änderungen könnt ihr das System wieder starten und beten 🙂

Sollten gar nichts mehr gehen kann man noch versuchen den Rescuemode zu starten um wenigsten noch wichtige Dateien zu sichern. Der Rescuemode wird ähnlich gestartet wie der Singleusermode nur wird statt dem single das Schlüsselwort emergency.

Im Rescuemode wird lediglich das ROOT Filesystem im read-only Mode geladen und nicht viel mehr.


  1. RedHat Enterprise Linux (mein persönlicher Favorit) :) 

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